anywhen
Dienstag, 21. Juli 2026

kleine Vertröstung

Schon spannend. Wenn ich den roten Faden finden müsste, würde ich ihn da suchen, wo es am meisten schmerzt. Den Knäulen im Magen erkunden, in ihn eintauchen wie in gestocktes Blut, das vor Tagen auf den Boden getropft ist und nun jede Fuge ausfüllt, wie in meinen Gedanken die Geschichte der Menschen, die ich liebe und nicht mehr lieben kann.

Du borgst mir Deine Jacke, weil mir kalt ist. Ich denke an diese Möglichkeit und beginne, den Traum beiseite zu schieben. Es wird keiner kommen, keiner jemals da sein, es gibt nur Nichts. Und das sanfte Schaukeln der Hängematte, die Kulisse aus klappernden Fenstern, Grillen und Gesprächen um viele Kanten herum.

Wer sagt, was er denkt? Wer hat eine Ahnung, ob der Gedanke ein eigener ist, oder nur so einer von der Sorte, die sich gut angehört oder gelesen haben, den man einfach so zur Welt bringt, weil er eine kleine, gute Idee werden könnte?

Ich liebe es, viel zu tun zu haben. Die Auftragsbücher meines Lebens sind voll. Das ist momentan alles, was ich will. Weil es morgen ganz anders sein könnte. Wenn mir was Zuviel ist, dann windschiefe Kommunikation. Jeder bekommt bei mir zwei Chancen, dachte ich lange.

Mein armer Gedanke, versunken in Müdigkeit beginnt er sich nach deinen Armen zu sehnen. Nur für diese Momente, glaub ich, bräucht ich dich. Kurz ausruhen, an nichts mehr denken. Willst Du meine Schlaftablette sein?

Dann schlafe ich doch ein, am nächsten Morgen sitze ich früh am Balkon, es ist kühl, Jan Delay singt mir eine alte Hymne vor und ich atme tief ein.

Einmal strecken, einmal für den Kampf letzte Anweisungen sammeln. Ich wollte viel erzählen, aber ich habe keine Zeit, und das ist ein Geschenk Gottes. Melde mich bald, liebe Grüße.

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